Happy Independence Day…

Eigentlich wollte ich hier die Politik vollständig ausklammern. Niemand möchte mit pseudotechnischen UFO-Seiten, die rechtspopulistisches Gedankengut verbreiten, in Verbindung gebracht werden.
Trotzdem finde ich das Thema aus aktuellem Anlass sehr wichtig.

Heute am 4. Juli feiern die USA ihren Unabhängigkeitstag. Einer der damals 1776 erheblich daran beteiligt war, war Benjamin Franklin. Franklin war aber nicht nur Politiker sondern auch Erfinder. Ihm verdanken wir den Blitzableiter und er prägte die Bezeichnungen „plus“ und „minus“ für elektrische Spannungen. Auch konstruierte er einen Ofen, für den ihm vom Gouverneur Pennsylvanias ein Patent angeboten wurde. Auf dieses Angebot hin antwortete er: 

„As we enjoy great advantages from the invention of others, we should be glad of an opportunity to serve others by any invention of ours, and this we should do freely and generously“.

Eine Aussage, die an die Opensource/Free-Software-Bewegung erinnert. Benjamin Franklin hat viel für andere und für die Freiheit der Vereinigten Staaten getan. Aber er hat auch manchmal sehr eindeutige Worte gefunden:

„Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.“

(Original engl.: „They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.“ (1775) – in: William Temple Franklin (Hrsg.), Memoirs of the life and writings of Benjamin Franklin, Vol. 1, Printed by T.S. Manning, Philadelphia, 1818. S. 333-334.

Im aktuellen Skandal um PRISM und die Verfolgung von Whistleblower Snowden fragt man sich manchmal, wie weit sich das Amerikanische Volk von ihren Gründungsvätern entfernt hat.
Möglicherweise hat das türkische oder ägyptische Volk mehr mit dem ursprünglichen „American Freedom“ gemein, als das amerikanische Volk. Nach der ägyptischen Revolution 2011 haben die Muslimbrüder ihre Chance verspielt. Das Ägyptische Volk hat (mit Hilfe des Militärs) nun gezeigt, wo es hin möchte – nämlich nicht zu einer islamischen Diktatur.

Deswegen „Happy Independence Day Egypt!“

Was bedeutet eigentlich SAAB?

Die Automarke Saab kennen wohl noch die meissten. Aber wofür steht die offensichtliche Abkürzung „Saab“? Bei der Automarke stand Saab für das nichtssagende „Saab Automobiles AB“.
Gegründet wurde SAAB vor 75 Jahren am 2.April 1937 als „Svenska Aeroplan Aktiebolag“. Zu deutsch: „schwedische Flugzeug AG“.
Das Automobil wurde erst ins Programm genommen, als nach Kriegsende der Bedarf an Flugzeugen nachließ. 1947 wurde der erste Prototyp vorgestellt. Im Dezember 1949 wurde die Serienproduktion auf Maschinen begonnen, die bisher Flugzeugteile produziert hatten.

Trotz des Umstiegs auf die Automobilproduktion schaffte es Schweden in den 50er und 60er Jahren die Luftwaffe zu vergrößern und zur weltweit viertgrößten auszubauen. Im Zuge dessen war sie auch die weltweit erste Nation, die ihre gesamte Flugzeugflotte auf Strahlantrieb umstellte.

Aber schon im Jahre 1900 hat die Fliegerei in Schweden von sich Reden gemacht. Schon damals wurde dort der weltweit zweite nationale Fliegerclub gegründet. Lediglich Frankreich hatte bis dato einen solchen Dachverband.

Published in: on 9. November 2012 at 16:17  Comments (2)  
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Langsam, aber sicher…

…kommt der Winter und bei mir wieder Lust zum Bloggen auf. Im Sommer gibt es immer so viele andere Beschäftigungen. Da mache ich mir dann keinen Stress mit dem Blog. Schliesslich blogge ich zum Spaß. Stellt euch für die Zukunft darauf ein, dass ich wohl eher ein Winterblogger bin. 😉

Dafür gibt es dann jetzt neuen Stoff. Es wird ein paar Berichte über Museen, Ausstellungen und natürlich andere Dinge die mich faszinieren geben. Auch den namengebendem Tweed möchte ich weniger vernachlässigen.

Published in: on 18. Oktober 2012 at 00:05  Kommentar verfassen  

Flugplattform 1

Am letzten Mittwoch brachte mir der Postbote die DVD des Hans Albers-Klassikers „F.P.1 antwortet nicht“.
Im Film baut Kapitänleutnant Droste einen schwimmenden Flugplatz im Atlantik. Dieser soll 3 Jahre nach dem ersten Nonstop Transatlantikflug Lindberghs eine sichere Möglichkeit für Linienflüge bieten den Atlantik zu überqueren. Noch vor der offiziellen Einweihung wird die F.P.1 sabotiert und droht zu sinken.

P.F.1

Bei dieser Geschichte fiel mir das Projekt „Habbakuk“ ein.
Geoffrey Pyke war ein britischer Journalist und Erfinder. Er wollte einen Flugzeugträger aus Eis bauen. Genau genommen eher aus Pycrete, wie er es nannte. Das war ein gefrorener Mix aus Wasser und Sägemehl. Sowohl Eis, als auch Holz schwimmen gut. Das Sägemehl hat zusätzlich die Eigenschaft die Wärmeleitfähigkeit des Wassers stark zu reduzieren – Somit schmitzt Pycrete deutlich langsamer als normales Eis. Als wenn das nicht genug wäre, ergibt sich so auf diese einfachste Art und Weise ein Verbundswerkstoff, der im Gegensatz zu Eis nicht splittert und somit sogar gegen Beschuss beständig ist.
Die Habbakuk sollte ähnlich wie FP1 eine Basis mitten im Atlantik sein. Mit 610m (2000ft) Länge sollten darauf sogar Langstreckenbomber landen können, um von dort aus die Allierten Konvois gegen Uboote zu schützen. Anders als die F.P.1 wäre eine Insel aus Eis aber fast unsinkbar gewesen.
Mehr als ein verkleinerter Prototyp ist nie gebaut worden. Die Unbeweglichkeit, der technische Fortschritt und die Möglichkeit, Flugzeuge auf den Azoren zu stationieren, nahmen dem Projekt Habakkuk recht schnell die Bedeutung.

Published in: on 18. April 2012 at 17:50  Comments (1)  
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Tic Tic Tic…


Letztens habe ich bei eBay ein „altes Messgerät“ gefunden. Die Beschreibung lautete:

„verkaufe altes Messgerät.Es ist ein Kellerfund,aber Funktionstüchtig. Bezeichnung:Geiger-Müller-Strahlungsmessgerät.
Wird als Privat verkauft,deshalb keine Garantie und Rücknahme!
Viel Spass beim bieten.“

FH40H Radiameter mit Tasche

Mir fiel sofort das Design des Gerätes positiv auf. Ausgefallene technische Geräte kann ich nur schwer liegen lassen.
Eben habe ich mal die Bezeichnung bei Google eingegeben und das Gerät in folgendem Artikel wiedergefunden.

Auch wenn mein FH40H „Radiameter“ aus der Nachkriegszeit ist (Preise im Handbuch schon in DM), so ist das Design und die Technik doch aus den 30ern. Mit solchen Geräten wurde Atomforschung betrieben und nach Uran gesucht.

Das Gerät misst in der heute nicht mehr üblichen Einheit rem/h oder milirem/h. Dies lässt sich aber leicht umrechnen:

1 rem = 10 mSv

Hier gerade in der Küche messe ich eine fast kontinuierliche Strahlung von ca. 0,5 milirem/h, also 5 Mikrosievert/h. Leider kann ich nicht sagen wie genau das Messgerät ist. Aber der Wert scheint mir nach heutigen Maßstäben etwas hoch…

π*10^7 Sekunden

Als ich den letzten Artikel schrieb, habe ich garnicht bemerkt, dass ich genau auf den Tag ein Jahr zuvor, den ersten Artikel auf diesem Blog veröffentlicht habe. Momentan geht es wieder auf die Klausuren zu und ich bin auf dem besten Weg zur Maschine. Die Motivation nach dem Lernen nochmal etwas zu schreiben, aber auch die Kreativität, die ich in diesem Artikel schon angesprochen habe, leidet momentan mal wieder.

Daher an dieser Stelle einfach nur etwas Unterhaltung:

Published in: on 30. Januar 2012 at 01:29  Kommentar verfassen  

Flugzeuge im Bauch…

Während des ersten Weltkrieges wurden Zeppeline als Bomber und Aufklärer eingesetzt. Als jedoch mehr und mehr Flugzeuge aufkamen, sank die Bedeutung der leicht verwundbaren Luftschiffe.
Lediglich die Marine benutzte diese noch erfolgreich zur Aufklärung auf See, da die damaligen Flugzeuge mit der Reichweite der Luftschiffe nicht mithalten konnten.
Als sich die militärische Karriere dem Ende zuzuneigen scheinte, kamen wahnsinnige Ideen auf…

Man wollte ein Luftschiff konstruieren, dass Flugzeuge tranportieren und im Flug absetzen und aufnehmen konnte.
1928 erhielt die GoodYear Zeppelin Corporation, an der die deutsche Firma Luftschiffbau Zeppelin GmbH mit rund einem Drittel beteiligt war, den Auftrag zum Bau der beiden Schiffe USS Akron und USS Macon. Diese sollten die Marine auf hoher See unterstützen.

USS Macon F9C

Etwas anders als im Magazin stattete man die beiden Luftschiffe mit Fanghaken an der Unterseite aus. Von dort konnten die kleinen Sparrowhawks starten und landen, indem sie sich in den Fanghaken einklinkten. Über einen Kran wurden die Flugzeuge in einen internen Hangar gehoben.

Die beiden Schwesterschiffe halten den Rekord für die größsten heliumgefüllten Luftschiffe. Leider gingen beide Schiffe im Sturm verloren. Die Akron riss 73 Crewmitglieder mit in den Tod, da auf der Testfahrt keine Rettungswesten mitgeführt wurden. Als dann auch die Macon verloren ging beendeten die USA ihr Starrluftschiffprogramm.

selbstbalancierende Zweiräder…

Zu Weihnachten habe ich einen sehr schönen Bildband mit dem Titel Man & Machines bekommen. Ein Bild fiel mir sofort ins Auge.

The Russian two-wheel car in London. 1914

Ein zweirädriges Automobil. Sofort stellte sich die Frage, wie man mit einem Fahrzeug dieser Größenordnung (2,75t) die Balance hält. Das Geheimnis ist ein sogenanntes Gyroskop oder Kreiselinstrument. Vereinfacht gesagt funktioniert es ähnlich wie ein Spielzeugkreisel. Die Funktionsweise erkennt man sehr gut bei diesem Video:

Das der Widerstand gegen Lageveränderungen sich technisch sehr vielfältig nutzen lässt zeigt eine Auflistung des Wikipedia-Artikels.
Beispielsweise hat die erste ballistische Rakete V2
mit Sensoren ein Gyroskop abgetastet, um den Kurs zu halten. Mitterweile ist es Standart in der Raumfahrt.
Um beim Automobil zu bleiben, zum Abschluss noch ein Video einer neuen Entwicklung, bei der man das Gyroskop zur Verbesserung der Unfallsicherheit bei Zweirädern nutzt. Dieses Fahrzeug soll selbst bei einem seitlichen Aufprall nicht kippen:

Published in: on 1. Januar 2012 at 14:34  Comments (1)  

Armstead Snow Motors

Winter und hoher Schnee haben schon immer die Mobilität der Menschheit eingeschränkt. Besonders nach dem Auftauchen der ersten Automobile machte man sich Gedanken, wie man sich bei Schnee genau so bequem fortbewegen könne.
Eine Interessante Idee hatte Frederick R. Burch. Am 27.November 1920 reichte er ein Patent mit wunderschönen Zeichnungen für den von ihm entwickelten Schneemobilantrieb ein.
Im folgenden Video werden mehrere Fahrzeuge mit diesem Antrieb vorgestellt:

Auch wenn sich diese Technik nicht durchgesetzt hat, so ist es immerhin eine interessante Idee.

Published in: on 19. Dezember 2011 at 23:54  Comments (1)  

Ein Grund um Zeppeline zu lieben

Zeppeline faszinieren nicht nur technisch, ihre Geschichte ist auch vom gesellschaftlichem Aspekt recht interessant.
Viele Technologien in der Luftfahrt wurden aus militärischem Interesse erforscht. Besonders Kriege und Diktatoren waren für die Forschung ein starker Motor. Dieser Blog wird auch nicht ohne diese Zeiten auskommen, da viele zivil genutzte Technologien erst dadurch zugänglich wurden.
Die Zeppeline sind ein schönes Gegenbeispiel.

Ferdinand Graf von Zeppelin wurde im Volksmund auch der Narr vom Bodensee genannt. Mit seiner Idee eines Luftschiffes stieß er beim damaligen Kaiser Wilhelm nur auf Spott. Das hielt ihn nicht vom Entwurf und Bau seines ersten Luftschiffes ab. Am 13. August 1898 ließ er sich das Patent für sein Starrluftschiff schützen und begann 1899 mit dem Bau. Die ersten Erfolge begeisterten Volk und Kaiser.
Schon beim zweiten Zeppelin war er auf Spenden und Lotterien angewiesen. Als 1908 die LZ 4 verunglücke, löste dies eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, die über 6 Millionen Mark an Spenden einbrachte. Ab da war das Projekt gesichert. Die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die Zeppelin-Stiftung wurden gegründet. 1909 wurde die Deutsche Luftschiffahrts-AG gegründet.
Bis zum ersten Weltkrieg 1914 wurden fast 35.000 Passagiere befördert.
Was müsste man heute erfinden um vergleichbare Spendensummen zu bekommen?

Published in: on 13. Dezember 2011 at 14:41  Comments (1)